Zellmoos

Naturschutzgebiet und Erholungsraum
Textauszug aus: Erlebnis Zellmoos, Ornithologischer Verein Sursee, 2001 Mit einer Fläche von knapp 20 Hektaren bildet das Zellmoos heute den
grössten naturnahen Uferabschnitt am Sempachersee und ist deshalb als
Natuschutzgebiet von grosser Bedeutung. Die wunderschöne Landschaft und
die vielen attraktiven Fusswege machen das Zellmoos zu einem äusserst
beliebten Naherholungsgebiet.   Geschichte
Bis Anfang des 19. Jahrhunderts lag der grösste Teil des Zellmooses unter
Wasser, nur gerade die Halbinsel ragte aus dem See. Zwischen 1806 und 1814
wurde der Sempachersee künstlich um 1.7 Meter tiefer gelegt. Auf dem neu
gewonnenen Land entstanden im Verlauf der Jahre Riedwiesen, welche von den
Landwirten einmal pro Jahr gemäht wurden. Das grobe Schnittgut war
als Einstreu im Stall begehrt. Die so bewirtschafteten Kleinseggenrieder
und
Pfeifengraswiesen beherbergten eine spezielle Flora und Fauna und zeichneten
sich durch eine
grosse Artenvielfalt aus.
Doch mit der Zeit wurde auch im Zellmoos die Landwirtschaft intensiviert.
Durch Düngung und Entwässerung des Bodens verwandelte man die
Streuewiesen in ertragreichere Futterwiesen und brachte damit die zahlreichen
typischen
Riedpflanzen zum Verschwinden. Nur eine einzige Pfeifengraswiese ist diesem
Umwandlungsprozess entgangen.
Naturschutz
Seit 1986 darf im Zellmoos nicht mehr gedüngt werden. Dieses Seeschutzmassnahme,
welche in erster Linie einen geringeren Nährstoffhaushalt in den See bezweckte,
war gleichzeitig auch die erste Renaturierungsmassnahme im Zellmoos. Die Wiesen
sind seither nährstoffarmer geworden, und viele Riedpflanzen, welche praktisch
verschwunden waren, kehren allmählich zurück.
1988 legte der Ornithologische Verein Sursee dem Stadtrat einen Gestaltungsplan
vor, der unter anderem die Anlage eines Teiches mit Beobachtungssteg vorsah.
Diese Idee wurde positiv aufgenommen und im Herbst 1991 vom der Stadt Sursee
realisiert. Zwischen 1995 und 2000 wurden die 16 mehr oder weniger stark
verlandeten Wassergräben neu ausgetieft und verbreitert. Zudem rodete man diverse
Gebüschgruppen und entfernte abschnittsweise den Baumgürtel entlang
des Seeufers.
1996 wurde ein detaillierter Pflegeplan erarbeitet, der festlegt, wie die
einzelnen Lebensräume bewirtschaftet und gepflegt werden sollen. Praktisch alle
Landwirte waren bereit, einen entsprechenden Bewirtschaftungsvertrag abzuschliessen.
Einfachere Pflegearbeiten übernehmen Schulklassen und Mitglieder des Ornithologischen
Vereins Sursee. Das Ziel all dieser Bemühungen ist es, das Zellmoos als
naturnahe Uferlandschaft für kommende Generationen zu erhalten.
 
Kontaktadresse:
Ornithologischer
Verein OVS, 6210 Sursee, Präsident:
Simon Birrer, Schellenrainstr. 5a, 6210 Sursee, Tel. 041 921 57 92
 
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