Schulanlagen
St. Georg mit Fernwärme aus Biogas beheize
Zustand
der Wärmeerzeugungsanlagen bei den Schulanlagen St.
Georg: Der bestehende mit Öl beheizte Wärmeverbund
der Schulhausanlagen St. Georg, Turnhalle, Mensa, Neu St.
Georg ist in einem sehr schlechtem Zustand und muss aus Gründen
der Luftreinhaltung dringend saniert werden. Auch die Heizungen
des alten Bürgerheims und des Schulhauses Georgettes
haben ihre Altersgrenze erreicht.
Machbarkeitsstudie für Wärmeverbund: Als
Alternative zu Sanierungen der einzelnen Anlagen, schlug
eine Arbeitsgruppe der
Umweltkommission dem Stadtrat einen Wärmeverbund auf der Basis
von erneuerbarer Energie vor. Im Jahr 2000 wurde eine Machbarkeitstudie
für eine Holzschnitzelheizung durchgeführt. Dabei zeigte
sich, dass die wirtschaftlich und ökologisch sinnvollste Lösung,
mit einem erweiterten Wärmeverbund erreicht werden kann, an
den auch das alte Bürgerheim und das Schulhaus Georgettes angeschlossen
werden.
Contracting
als Finanzierungslösung: Eine Eigenfinanzierung
ist wegen der momentan angespannten Finanzlage der Stadt
Sursee ungünstig. Als Alternative bot sich eine Contracting-Lösung
an. Beim Energiecontracting (Energielieferungs-Vertrag) wird
die Heizungsanlage durch ein privates Unternehmen oder eine öffentliche
Körperschaft erstellt und betrieben, welche die Wärme
aufgrund langfristiger Vereinbarungen an die Wärmebezüger
verkauft.
Zusammen mit der Arbeitsgruppe klärte die Umweltstelle ab, zu welchen
Bedingungen ein Contracting zum Bau und Betrieb einer Holzschnitzelheizung
beim Wärmeverbund St. Georg abgeschlossen werden könnte. Dazu wurde
zusammen mit einem externen Berater eine erste Ausschreibungsrunde (Stufe Präqualifikation)
bei den Anbietern von Contractingdienstleistungen in der Schweiz durchgeführt.
Neben
drei Angeboten für Holzschnitzelheizungen wurde auch ein
Alternativangebot für Fernwärme aus der geplanten
Vergärungsanlage für Schlachtnebenprodukte bei der
Frischfleisch AG eingereicht.
Beurteilung
des Fernwärmeangebotes: Die Vergärungsanlage
wird im Auftrag der Firma ABB erstellt. Mit dieser Anlage
sollen die Fleischnebenprodukte aus dem Schlachthof in einem
geschlossenen System energetisch verwertet werden. Es handelt
sich um ein Pilotprojekt, welches in dieser Konstellation
noch nicht realisiert worden ist.
Da es sich beim Fernwärmeangebot um Überschusswärme handelt,
wird die Energie zu vergleichsweise günstigen Konditionen angeboten.
Argumente für erneuerbaren Energieträger: Die Umweltkommission
sieht in der Wahl eines erneuerbaren Energieträgers für den
Wärmeverbund St. Georg eine grosse Chance, um die Vorbildrolle
der Stadt Sursee zu stärken:
· Die Einsparung von ca. 130'000 Liter Erdöl pro Jahr wäre ein
namhafter Beitrag zum Klimaschutz und ein wichtiger Schritt der Stadt Sursee
in Richtung des angestrebten Energiestadt-Labels.
· Gemäss kantonalem Energiegesetz müssen bei Neubauten und Sanierungen
von öffentlichen Gebäuden nach Möglichkeit erneuerbare Energien
Verwendung finden (§ 19).
Stadtratsentscheid
zum Wärmeverbund St. Georg: Aufgrund des Antrages
der Arbeitsgruppe hatte der Stadtrat an der Sitzung vom 6.
März 2002 Folgendes entschieden:
- Beide Varianten (Holzschnitzfeuerung und Fernwärme aus der FF-Vergärungsanlage)
werden als sinnvoll und realisierbar erachtet.
Der Stadtrat möchte die Variante Fernwärme aus Biogas
weiterverfolgen. |